ReportingNews #36 | Juli 2016 | Expertenbeitrag

Schreibst du noch, oder versteht man dich schon?

Autoren:
Frank Brettschneider
Oliver Haug
Elke Faundez

 

Oftmals vergessen: Verständlichkeit und wirkungsorientierte Sprache sind in der Berichterstattung elementar. Der beste Inhalt bringt nichts, wenn er nicht gelesen oder nicht verstanden wird. Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsergebnisse können noch so gut sein – wenn sie sprachlich nicht passend vermittelt werden, bleibt viel Potenzial auf der Strecke. Sprache ist die Grundlage jeder Verständigung. Oft ist sie auch die Ursache von Missverständnissen oder sogar Misstrauen.

Nur wer verstanden wird, kann überzeugen

Viele Finanzunterlagen, Pressemitteilungen und Website-Texte von Unternehmen sind unverständlich. Fachwörter, Anglizismen, Passivformulierungen, Bandwurmsätze und Wortungetüme erschweren das Verstehen. Die Forschung zu Sprache und Verständlichkeit an der Universität Hohenheim zeigt: Menschen empfinden formal verständliche Texte auch subjektiv als verständlicher, sie verstehen sie objektiv besser und sie können sich besser an sie erinnern. Zudem finden sie verständliche Botschaften glaubwürdiger als formal unverständliche Aussagen.

Transparenz und Verständlichkeit in der Finanzbranche

Dass verständliche Kommunikation ein echter Erfolgsfaktor für Unternehmen ist, zeigen viele Beispiele aus der Praxis. Immer mehr Unternehmen betrachten Verständlichkeit als wesentliches Element ihrer Unternehmenskommunikation. Das gilt für etliche Branchen – ob Energie, Telefonie oder Technologie.
Werden Texte bewusst und systematisch verständlich verfasst, ist sichergestellt, dass Unternehmensstrategie, Bestrebungen und Erfolge bei allen wichtigen Lesern ankommen. Damit ist zusätzlich zu den Finanzzielen auch das zentrale Kommunikationsziel erreicht: verstanden werden.

Verständlich schreiben – einfache Regeln

  • Achten Sie auf die Satzlänge: Bis 12 Wörter pro Satz ist ideal für die Lesbarkeit.
  • Verwenden Sie kurze, klare, konkrete Wörter. Problem statt Problematik, Problembereich, Problemfeld, Problemkomplex. Motive statt Motivationsstrukturen, Grundsatzvorschläge statt angedachte Eckpfeiler.
  • Verwenden Sie Verben statt Substantive: Die deutsche Sprache kreist um das Verb.
    Alt: Wichtigstes Element ist die Neuordnung des Finanzausgleichs. Diese will die Aufgabenverteilung und das finanzpolitische Zusammenspiel zwischen Bund und Kantonen so konsequent wie möglich auf den Grundsatz der Subsidiarität ausrichten.
    Neu: Wichtigstes Element ist die Neuordnung des Finanzausgleichs: Was der Bund tun muss, soll er tun; was die Kantone können, soll in ihre Kompetenz fallen.
  • Vermeiden Sie Füllwörter wie unzweifelhaft, wahrscheinlich oder ziemlich.
  • Verwenden Sie aktive Verben statt passive.
  • Formulieren Sie positiv statt negativ. Kurz gesagt: Schreiben Sie gezielter verständlicher, einfacher, logischer, positiver, prägnanter, damit Sie Ihre Leser erreichen!


Lesen Sie hier den gesamten Artikel:
Mit freundlicher Genehmigung der Schweizer »The Reporting Times«, Zeitung des Center for Corporate Reporting.

Zur Ausgabe 8 »The Reporting Times«

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