ReportingNews #40 | März 2017

Mut zur Lücke? Beliebte Typographiefehler. 

Die Mikrotypografie beschäftigt sich mit den Feinheiten der Gestaltung (Zeichen, Wörter, Wortabstände), die Makrotypografie mit der Gesamtgestaltung (Absätze, Seiten, Formate). Die Mikrotypografie wird auch als Detailtypografie bezeichnet, und der Teufel steckt hier buchstäblich im Detail. Zumal die einschlägigen Quellen – Duden, DIN und typografische Fachliteratur – in einigen Feinheiten durchaus voreinander abweichen, was natürlich auch den unterschiedlichen Anwendungsbereichen und Blickrichtungen (z. B. Briefe/E-Mails vs. Bücher) geschuldet ist. Nicht nur das richtige Satzzeichen zu machen, sondern auch das Satzzeichen richtig zu machen – das ist also die hohe Kunst. Doch nicht nur die Satzzeichen bieten Anlass zu Fehlern bieten, sondern auch die Abstände bei Zeichen und Wörtern.

Die große Leere

Oft tippen Schreiber zwei Leerzeichen statt einem. Die Folge ist ein zu großer Abstand zwischen zwei Wörtern. Das ist nicht nur eine Frage der Optik, sondern auch der Lesbarkeit: Gleiche Wortabstände erleichtern das flüssige Lesen und sind daher leserfreundlicher. Vor Satzschlusszeichen (Punkt, Ausrufezeichen, Fragezeichen) gehört kein Leerzeichen, ebenso wenig vor Komma oder Strichpunkt (Semikolon). Wenn Sie einen Wortteil einklammern, steht ebenfalls kein Leerzeichen. Richtig sind also beispielsweise (Frage-)Zeichen und Satz(schluss)zeichen, falsch wäre (Frage-) Zeichen bzw. Satz (schluss) zeichen. Etwas anderes ist es natürlich, wenn Sie ein ganzes Wort einklammern. Dann müssen Sie vor und hinter den Klammern Leerzeichen eingeben: Strichpunkt (Semikolon) und Komma.

TIPP: Wenn Sie zu doppelten Leerzeichen neigen, nutzen Sie die Ersetzen-Funktion Ihrer Textverarbeitung und ersetzen nach dem Schreiben alle doppelten Leerzeichen durch einfache. Bei anderen überflüssigen Leerzeichen gehen Sie analog vor. Ihre Leser werden es Ihnen danken.

Die fehlende Lücke

Das Gegenteil – nämlich ein fehlendes Leerzeichen – kommt nicht minder häufig vor. Gemeint ist allerdings nicht ein versehentlich vergessenes Leerzeichen, bei dem zwei Wörter aneinanderkleben, sondern das gerne weggelassene Leerzeichen bei mehrteiligen Abkürzungen. Merke jedoch: Bei Abkürzungen wie u. a. oder z. B. gehört ein Leerzeichen zwischen die Bestandteile. Bei der ausgeschriebenen Form würde man ja auch eines machen. Auch ein lückenloser e.V. ist ein (typografisch) falscher e. V.

TIPP: Wer es elegant mag, setzt bei Abkürzungen nicht nur korrekterweise Leerzeichen zwischen den Buchstaben, sondern verwendet dafür verkleinerte Zwischenräume.

Nun sieht es zugegebenermaßen nicht sehr schön aus, wenn der Abstand zwischen den einzelnen Buchstaben mit Punkten genauso groß ist wie zwischen Wörtern, zumal wir solche Abkürzungen als Einheit wahrnehmen. Verschärft wird dieses Problem, wenn bei Abkürzungen wie e. V. ein Buchstabe (hier: das V) durch seine Form optisch noch weiter wegrückt. Glücklicherweise gibt es eine Lösung dafür. Professionelle Setzer machen in diesen Fällen nämlich einen verkleinerten Zwischenraum, sodass die Lücke nicht so groß erscheint.

Zum ganzen Artikel von Joachim Fries unter www.akademie.de

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