ReportingNews #44 | August 2017

Recap
20. DIRK-Konferenz 2017

Bereits zum 20. Mal fand die jährliche DIRK-Konferenz am 12. und 13. Juni 2017 in Frankfurt am Main statt. Unter dem Motto „Was sind uns Werte wert? - Investor Relations zwischen Renditestreben und ethischen Leitbildern" versammelten sich mehr als 400 Kapitalmarktspezialisten zum europaweit größten Branchentreff.

Den Auftakt zur Konferenz bildete neben dem bekannten „IR-Basics" der „Networking-Workshop". In diesem neuen Format lernten die Teilnehmer praxisnah Tipps und Tricks, um mit den richtigen Menschen zu den richtigen Themen ins Gespräch zu kommen.

Im Anschluss legte Dr. Henrik Pontzen (HSBC) in seinem Vortrag dar, wann sich unternehmerisches Handeln nach ethischen Regeln langfristig positiv auf den Unternehmenswert auswirke. Hierbei merkte Dr. Pontzen die seines Erachtens überregulierte Finanzindustrie in Deutschland und in Europa an. Die Regelflut stehe Verhalten nach ethischen Normen eher im Weg. Regeln müssten überschaubar sein, um Orientierung zu stiften.

Unter der Moderation von DIRK-Geschäftsführer Kay Bommer diskutierten Daniel Schmied (SAP), Marc Tüngler (DSW) und Dr. Henrik Pontzen, das Thema des vorangegangen Vortrags aufgreifend, in wieweit sich ein ethisches und nachhaltiges unternehmerisches Handeln auf die Investoren auswirke. Ethisches Bewusstsein steigere die Attraktivität des Unternehmens für Arbeitnehmer und langfristig für Investoren, waren sich alle einig: ESG-konform handelnde Unternehmen reduzieren die Risiken für Anleger.

Der zweite Konferenztag war durch hochkarätig besetzte Panels, Vorträge und interessante Workshops rund um aktuelle IR-relevante Themen geprägt. Für die einleitende Keynote konnte in diesem Jahr Prof. Dr. Wulf von Schimmelmann, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Post AG und Mitglied der Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex, gewonnen werden. Nach seiner Auffassung ist die Aufsichtsratstätigkeit mit deutlich gestiegenen Anforderungen und Haftungsrisiken keine Pflichtübung mehr. Das Gremium sei gefordert, die Schwerpunkte seiner Arbeit auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens zu legen.

Über das wandelnde Selbstverständnis moderner Investor Relations im Zusammenwirken mit Vorstand und Aufsichtsrat diskutierten im Anschluss Andreas Hagenbring (Deutsche Lufthansa), Michael Schmidt (Deka Investment), Kai Panitzki (FinLab) und Claus Döring (Börsen-Zeitung). Alle Investorengruppen sollten in der Kommunikation im gleichen Umfang informiert werden. Aus Investorensicht zeichne sich eine gute Investor Relations-Arbeit durch Verlässlichkeit aus. Die Panel-Teilnehmer kamen überein, dass der Dialog von Investor Relations mit den Entscheidungs- und Kontrollgremien immer mehr an Bedeutung gewinne.

Weitere Themen waren die zunehmende Digitalisierung und Regulierung sowie die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Ein Vortrag über die bevorstehende rechtliche Umsetzung durch MiFID II fand einen großen Anklang bei den Konferenzteilnehmer. Diese Veränderungen stellen auch neue Herausforderungen an IR-Manager. Der allgemeine Konsens der Teilnehmer war, dass der Dialog von IR'lern mit den unterschiedlichsten Anspruchsgruppen immer wichtiger und komplexer wird. Auch dieses Jahr bildete der traditionelle Gala-Abend den Abschluss der 20. DIRK-Konferenz. In dessen feierlichen Rahmen wurde bereits zum 17. Mal der Deutsche Investor Relations Preis verliehen und die erfolgreichen Absolventen des Weiterbildungsprogramms CIRO ausgezeichnet.

 Erfahren Sie hier mehr zu den Highlights der vergangenen Konferenz:

www.dirk.org/konferenz

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