18. Dezember 2012

Mehr mit weniger

Erstklassiges Design bei minimalem Budget? Da sind intelligente Lösungen gefragt. Im Titelschwerpunkt der Ausgabe 12/2012 »Mehr mit Weniger« zeigt die PAGE, was sich Kreative alles einfallen lassen, um Geld zu sparen und dennoch das Beste herauszuholen. Besonders öffentliche Auftraggeber begrüßen kostengünstige Lösungen und intelligentes Design. Wie die Technische Universität Braunschweig, von der wirDesign den Auftrag für ein neues Corporate Design erhielt.

Erschienen in PAGE 12.2012

 

Norbert Gabrysch, Vorstandsvorsitzender von wirDesign, Braunschweig und Berlin:

»Low-Budget-Projekte? Das ist doch nichts Besonderes! Zu uns hat in den letzten 25 Jahren noch nie ein Kunde gesagt: Entwickeln Sie das Optimum – wir haben Geld wie Heu!«

Auszüge aus der Titelgeschichte:

Die Kosten niedrig zu halten, ist ja zunächst einmal nichts Schlechtes – vorausgesetzt, die Einsparungen gehen nicht zulasten der Qualität. Wehe aber, das Wort »Low Budget« fällt. Da zuckt manch Kreativer zusammen, hebt abwehrend die Hände und sagt: »Damit wollen wir nichts zu tun haben, wir sind keine Billigagentur.« Keine Frage, der Begriff ist negativ besetzt. Eigentlich unsinnig, schließlich heißt Low Budget doch bloß, mit möglichst wenig Geld möglichst viel erreichen – also ein niedriger Etat, gepaart mit viel Intelligenz und Kreativität.

»In unserer Branche bedeutet >Low Budget< aber leider auch ein unterdurchschnittliches Honorar bei überdurchschnittlichen Anforderungen. Oder, anders gesagt: Der Kunde möchte den Mercedes zum Golf-Preis«

erklärt Norbert Gabrysch. Dabei, so der Vorstandsvorsitzende von wirDesign in Braunschweig und Berlin, steht Low Budget doch eigentlich für Konzentration auf das Wesentliche.

»Das setzt aber voraus, dass man in den Anfang investieren muss, ins Darüber-Nachdenken, was überhaupt das Wesentliche ist. Und wie ich das vielleicht auf eine etwas andere Art erreichen kann. Wenn das aber sogar bei effizientestem Einsatz der zur Verfügung stehenden Mitel nicht gelingen kann, ist selbst Low Budget rausgeschmissenes Geld.«

...

Der Handwerker um die Ecke freut sich nicht als Einziger über eine kostengünstige Lösung, auch große Kunden, besonders öffentliche Auftraggeber, begrüßen intelligentes Design. Wie die Technische Universität Braunschweig, von der wirDesign den Auftrag für ein neues Corporate Design erhielt. Mit 6 Fakultäten, 110 Instituten und rund 3000 Mitarbeitern gehört die TU zu den größten Arbeitgebern der Region. Die Freiheit von Forschung und Lehre war bislang auch als Freiheit der öffentlichen Selbstdarstellung aufgefasst worden.

 

 

»Je nach akademischem Umfeld, Tradition und Anspruch der Institutsleitung existierten ein buntes Durcheinander bei den unzähligen Publikationen, Präsentationen, Flyern und Webauftritten: von hochprofessionell bis gar nicht gestaltet, einhergehend mit einer kaum überschaubaren Vielfalt an Gestaltungstools und Kommunikationsgewohnten«,

sagt Norbert Gabrysch. Diesen Wirrwarr sollte wirDesign vereinheitlichen, wobei eine zentrale Forderung des Kunden lautete, dass das neue Erscheinungsbild nach der Implementierung keine Kosten mehr verursachen dürfe. Um die Voraussetzungen dafür zu schaffen, waren einige Investitionen nötig: ein Workshop mit Universitätspräsident und -leitung mit dem Ziel, diese für das Projekt zu begeistern und die nötige Rückendeckung zu bekommen sowie diverse Meetings mit den verschiedenen Hochschulgremien. Ebenfalls nicht besonders günstig waren die Designentwicklung, der Prozess der Involvierung und Implementierung sowie die Dokumentation mit Anwendungsbeispielen und Templates in einer Online-Toolbox.

»Low Budget bedeutete bei diesem Projekt die unbedingte Forderung des Auftraggebers, dass Gestaltungslaien wie Studenten oder Hilfskräfte das neue Corporate Design anwenden können und wollen. Deshalb wäre es fatal gewesen, diese Schritte einzusparen«,

betont Norbert Gabrysch. Entscheidend für den nachhaltigen, langfristigen Low-Budget-Effekt waren, so Gabrysch, vor allem folgende Punkte:

»ein sehr einfaches Designprinzip (>Ja, das verstehe und kann ich<), das zugleich eine unendliche Vielfalt individueller Möglichkeiten zulässt (>Super, ich kann fast machen, was ich will<). Außerdem war es wichtig, dass wir die unterschiedlichsten Anwenderanforderungen berücksichtigt und Verständnis für das Thema Corporate Design geweckt haben.«

Schon während der Präsentation ihres Konzepts im Auswahlverfahren hatte wir Design den Fokus auf die Vorgehensweise und die Einbeziehung der Mitarbeiter gelegt. Denn es war klar, dass die Qualität des Prozessmanagements bei diesem Projekt mehr zum Erfolg beitragen würde als die Gestaltung selbst. Sicher auch deshalb konnten sich die Braunschweiger gegen andere Agenturen durchsetzen, obwohl sie nicht das günstigste Angebot abgegeben hatten.

Kluge Designimplementierung

wirDesign-Direktor Matthias Knoke und sein Team entwickelten für die TU Braunschweig ein einfaches Gestaltungskonzept und einen Kanon aufeinander abgestimmter Sekundärfarben, der auch Laien eine Vielzahl von Varianten ermöglicht. Das Layout gliedert sich in ein Raster von Segmenten nach der Summenformel des Mathematikers Carl Friedrich Gauß. Zusammen mit dem Farbkonzept prägt das »Gauß-Raster« inzwischen das Erscheinungsbild vieler Publikationen.

Mehr dazu: http://www.wirdesign.de/projekte/brand-design/tu-braunschweig/

9. November 2012

Wiederbelebung unterm Strich geglückt

Der Beitrag beschäftigt sich mit der Rekommunalisierung von Stromversorgung als Herausforderung und Chance: Unter dem Motto »Meine Energie aus Springe – nichts liegt näher« wurde von wirDesign eine Marketingkampagne für BS|ENERGY erarbeitet, die den Bezug zur Region in den Mittelpunkt stellt.

Erschienen in >energiespektrum 8/2012

Kooperation – Die Stadt Springe hat die Stromversorgung wieder in eigenen Händen und dafür Partner an Bord geholt. Die Netzübernahme ist noch nicht abgeschlossen.

Springe 2004: Die Stromversorgung der Kleinstadt mit 30.000 Einwohnern leistet schon seit Jahren der Versorger E.ON Avacon, ebenso liegen Gas- und Wasserversorgung nicht mehr in städtischen Händen. 

»Die Stadt hatte keinen Einfluss mehr auf die örtliche Energieversorgung und erhielt lediglich die gesetzlich geregelte Konzessionsabgabe«, so Jörg-Roger Hische, Bürgermeister in Springe. »Daher ließen wir mit Blick auf den im März 2006 auslaufenden Konzessionsvertrag zur Stromversorgung ein Gutachten erstellen, ob und in welchem Umfang eine Rekommunalisierung der Energieversorgungsstrukturen möglich sei.«

Eine solche Revision einstiger Privatisierung bietet einer Kommune neben wirtschaftlichen Vorteilen unter anderem die Möglichkeit, durch den lokal gesteuerten Ausbau volkswirtschaftlich relevanter Infrastrukturen einen stärkeren Einfluss auf die Stadtentwicklung auszuüben.

(…)

9. Oktober 2012

Kreativität fördern und fordern

Zehn Jahre und kein bißchen langweilig – so könnte man die Beziehung der Städtischen Werke Magdeburg (SWM) und der Agentur wir- Design auch beschreiben. Es ist ein Brot-und-Butter-Job im besten Sinne, bei dem kreative Herausforderungen und ein über Jahre gewachsenes Vertrauensverhältnis Hand in Hand gehen. Wir sprachen mit Anne-Kathrin Beyer, Marketingleiterin SWM und Brigida Kempf, Creative Director wirDesign.

Interview erschienen in novum 10/12

Sie haben vor zehn Jahren die SWM bei einem Pitch als Auftraggeber gewonnen. Ist es schwer, einen Kunden so lange zu halten?

Brigida Kempf: Das ist keine Frage von schwer oder leicht. Man darf sich ei- gentlich niemals ausruhen. Gutes Design ist immer eine Herausforderung, egal, wie lange man mit einem Kunden schon zusammenarbeitet oder wie groß der Sympathie-Bonus ist. Deshalb behandeln wir auch jeden neuen Job der SWM so, als wäre er der erste und wir müßten den Kunden von der Qualität unserer Designleistungen erst noch überzeugen. Wir fordern uns immer wieder selbst heraus. Und das wird von der Kundin auch honoriert.

Kann eine Agentur nach so langer Zeit für ein und denselben Kunden überhaupt noch »frische« Konzepte erarbeiten?

Anne-Kathrin Beyer: Klare Antwort – wenn wirDesign das nicht könnte, wür- den wir nicht bereits so lange mit ihnen zusammenarbeiten. Auch im zehnten Jahr können sich weder die Agentur noch ich als Auftraggeberin zurücklehnen – wir hinterfragen ständig, ob wir unseren Job auch gut ma- chen. Ganz ehrlich: Eigentlich sind wir ein ziemlich illoyaler Kunde. Wir haben keine »Haus-und Hof-Agentur«, sondern veranstalten von Zeit zu Zeit auch gern mal einen Pitch, um zu schauen, was andere so machen, und um uns weiterzuentwickeln.

wirDesign hat für die SWM teils sehr ungewöhnliche Arbeiten erstellt. Sind mittel- ständische Unternehmen designaffiner, als wir glauben?

BK: Sie sind häufig vor allem mutiger und entscheidungsfreudiger als einige der großen Konzerne mit ihren komplexen Strukturen und langwierigen Be- schlußverfahren. Hier als Agentur zu den wahren Entscheidern vorzudrin- gen, ist viel schwieriger bis unmöglich. Bei mittelständischen Unternehmen hat man dagegen eine echte Chance, auf Augenhöhe zu kommunizieren. Ein »Ja« ist ein »Ja«; ist die Entscheidung gefallen, kann man sich darauf ver- lassen und am Ende steht ein klares Design. Unter solchen Bedingungen kann man zusammen wunderbare Dinge ins Leben rufen.

8. Oktober 2012

Mehr Wert für Magdeburg – 10 Jahre Wirtschaftsjournal »:otto«

Das Magazin CP MONITOR beschäftigt sich mit der zehnjährigen Erfolgsgeschichte des SWM-Wirtschaftsjournals :otto

Erschienen in CP MONITOR 3/12

In Magdeburg ist alles otto. Seit eine Stadtmarketingkampagne 2010 unter dem Claim »Magdeburg wird Ottostadt« voll und ganz auf diesen für die Stadt prägenden Namen gesetzt hatte, ist er zu einem festen Bestandteil des dortigen Selbstverständnisses geworden.

Dabei hatten die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) schon acht Jahre früher gezeigt, wie sich dieser Name gewinnbringend nutzen lässt: mit ihrem Wirtschaftsjournal »:otto«. Selbstbewusst und lebensnah präsentiert es auf 20 Seiten die Menschen und Themen, die den Standort Magdeburg prägen. Das innovative, teilweise gewagte Layout des »:otto« spiegelt wichtige Kennzeichen dieser Zielgruppe. Es verbindet in Wort und Bild Hochwertigkeit mit traditionellen und modernen Akzenten, ohne in Standards zu verfallen. Aus der Perspektive des dynamischen Energiedienstleisters und starken Wirtschaftspartners präsentiert es die positiven Seiten der Region. Und in diesem Jahr feiert es seinen 10. Geburtstag.

Wie alles begann

Wir schreiben das Jahr 2002: Mit der Liberalisierung der Energiemärkte hat – wie vom Gesetzgeber gewollt – der Wettbewerb unter den Versorgern massiv zugenommen. Insbesondere die gegenüber den Energiekonzernen deutlich kleineren Stadtwerke müssen nun nach Wegen suchen, sich auf dem Markt zu behaupten, auch hinsichtlich der Bindung und Neugewinnung von Geschäfts- und Großkunden. In Magdeburg nehmen die SWM als eines der größten Stadtwerke Sachsen- Anhalts diese Entwicklung zum Anlass, ein Journal für Geschäftskunden herauszugeben – als Akquiseinstrument und zum Zwecke der Kundenbindung.

25. September 2012

Von heißen und kalten Produkten

Prof. Dr. Tobias Langner im Gespräch mit wirDesign CEO Norbert Gabrysch über Marken und Emotionen

Interview erschienen in BluePrint 03/2012

NG: Lieber Tobias Langner, seit fast zwei Jahrzehnten beschäftigen Sie sich mit dem Thema Marke – haben Sie eine Lieblingsmarke?

TL: Ja, und das ist Harley-Davidson, eine schöne Geschichte, ich selbst fahre eine. Irgendwann bin ich zu einem Harley-Davidson Händler gekommen und war vom ersten Moment an begeistert und dann war es Liebe auf den ersten Blick.

NG: Liebe und Begeisterung – ein schöner Bogen zu meiner zweiten Frage: Was sagen Sie als Wissenschaftler zu dieser gern zitierten Behauptung, »den größten Teil unserer Entscheidungen treffen wir emotional, nicht rational, der Bauch entscheidet, der Kopf ist lediglich der rationale Diplomat oder Begründer für die emotional getroffene Entscheidung.« Würden Sie dem zustimmen, ist das heute der Erkenntnisstand?

TL: Dem würde ich weitestgehend zustimmen. Das ist das Verständnis, was wir heute vom Zusammenspiel von Emotion und Ratio haben. Für eine dauerhafte Kundenbindung ist allerdings auch die rationale Substanz nicht zu unterschätzen. Also, ich sage immer in diesem Kontext, Emotionen sind der zentrale Türöffner, die Frage aber, ob ich dann ein Leben lang bei einer Marke bleibe, wird auch stark durch die rationale Seite der Marke bestimmt, das sind die eben wirklich nachprüfbar harten Fakten einer Marke: Wie ist es mit der Produktqualität, wie mit der Bedienbarkeit, wie mit dem Service oder der Verlässlichkeit bestellt? Eine dauerhafte, intensive Marken-Loyalität entsteht nur, wenn die Marke starke Emotionen anspricht und gleichzeitig aber auch eine rationale Rele vanz und Substanz hat.

NG: Wenn ich mich heute für ein Produkt interessiere, sei es ein Auto, ein Ratenkredit oder eine Lebensversicherung, kann ich mir auf diversen Websites binnen weniger Minuten die besten Konditionen, Produktinfos und Vergleiche anzeigen lassen – also aus Konsumentensicht war die Markttransparenz noch nie so hoch wie heute. Spielt da das Markenimage, der emotionale Impact der Marke bei der Kaufentscheidung wirklich noch eine Rolle?

TL: Absolut. Die heutige Markttransparenz ist trügerisch. Wir verfügen über so eine Fülle und Tiefe von Informationen, dass wir sie nicht mehr verarbeiten können und oft gar nicht mehr verstehen. Wir erleben deshalb häufi g eine große Verunsicherung in Kauf entscheidungen und suchen deshalb nach Vereinfachern. Nach Informationen und Hinweisen, die uns die Entscheidung abnehmen. Gerade bei Produkten und Dienstleistungen, deren Erwerb mit einem großen subjektiven Risiko behaftet ist, suchen wir nach Vertrauensankern, die uns die Entscheidung erleichtern. Und genau hier kommt die Emotion ins Spiel: Positive Emotionen sind die Wurzel, aus der Vertrauen erwächst.

(…)

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe BluePrint 03/2012.

Prof. Dr. Tobias Langner, Bergische Universität Wuppertal

Prof. Dr. Tobias Langner ist seit 2007 Inhaber des Lehrstuhlsfür Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Marketing an der Schumpeter School of Business and Economics, Bergische Universität Wuppertal. Er ist Vizepräsident der Deutschen Werbewissenschaftlichen Gesellschaft (DWG).

Tobias Langner blickt zurück auf fast 20 Jahre Erfahrungin Theorie und Praxis des Marken- und Kommunikationsmanagements, u. a. als Senior Consultant und Projektleiter bei Esch. The Brand Consultants. Nach dem Studium der Betriebswirtschaftslehre und der Politikwissenschaft an der Universität des Saarlandes und der University of Newcastle upon Tyne (England) promovierte und habilitierte Tobias Langner am Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre (Prof. Dr. Franz-Rudolf Esch) der Justus-Liebig-Universität Gießen.

Seine Forschungsschwerpunkte sind Marken- und Kommunikationsforschung. Weiter ist er u. a. Lehrbeauftragter für Strategische Kommunikation, Kundenverhalten und Markenführung an der HEC Genf, der Hochschule Luzern und an der Universität St. Gallen.

Seine vielfältigen Arbeiten und Veröffentlichungen wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Wissenschaftspreis des Deutschen Marketing Verbandes und dem Highly Commended Award des Journal of Product and Brand Management.

»Eine dauerhafte, intensive Markenloyalität entsteht nur, wenn die Marke starke Emotionen anspricht und gleichzeitig aber auch eine rationale Relevanz und Substanz hat.«

24. September 2012

wirDesign Vorstand Michael Rösch bei den Berliner Wirtschaftsgesprächen

Am 18. September 2012 gab es im Rahmen der Berliner Wirtschaftsgespräche eine Diskussionsrunde zum Thema »Hochglanzjargon oder Treibstoff des Wandels? Glaubwürdigkeit in der Unternehmensführung«. Zu Gast: Michaela Kraft von Microsoft Deutschland und wirDesign Vorstand Michael Rösch.

Nachlese zum Werkstattgespräch „Hochglanzjargon oder Treibstoff des Wandels? Glaubwürdigkeit in der Unternehmensführung“

von Antoinette Beckert (http://antoinette-beckert.de), Moderatorin des Abends

Gasometer/ EUREF-Campus

Berlin – Bei der Veranstaltung der Berliner Wirtschaftsgespräche (www.bwgev.net) in der Schmiede des EUREF-Campus diskutierten Führungskräfte, Personalverantwortliche und Personalentwickler lebhaft, was es bedeutet, als Manager Glaubwürdigkeit gegenüber Mitarbeitern und Kunden zu zeigen.  

 

 

Meine Gäste

Auf dem Podium konnte ich Michaela Kraft, Sales und Marketing Direktor bei Microsoft und Michael Rösch, Vorstand der Marken- und Design-Agentur wirDesign begrüßen.

v.l.n.r.: M. Kraft, A. Beckert, M. Rösch

 

Das waren die Themen

Die Eingangsthese war – in vielen Unternehmen klafft eine Lücke zwischen dem, was als wichtig und richtungsweisend verkündet wird und der Art und Weise, wie es umgesetzt wird. Mit anderen Worten: Worte passen im Auge des Betrachters nicht zu den Taten und das schafft mindestens Irritation bei Mitarbeitern und Kunden und anderen Stakeholdern.

Wie stellt eine Managerin der mittleren Führungsebene sicher, dass ihr ihre Leistungsträger nicht verloren gehen, z.B. wenn es um Standortverlagerungen oder Kostensenkungsprogramme geht?

Frau Kraft schilderte, dass es enorm wichtig ist, den persönlichen Kontakt und Informationsaustausch mit den Mitarbeiter/innen zu suchen. Wichtig ist ihr auch, Entscheidungen konsequent umzusetzen. Sie betont außerdem, dass gerade in Umbruchphasen konsequent ChangeTeams gebildet werden, die den Veränderungsprozess gestalten und steuern und die Vernetzung und den Informationsfluss untereinander sicherstellen.

Auch das kleineren Unternehmen wirDesign setzt bei sich selbst auf Transparenz und Involvierung der Mitarbeiter/innen. Beim eigenen Markenbildungsprozess wurden die Mitarbeiter/innen durch Workshops und spielerische Aufgaben herangeführt, herauszufinden, was es bedeutet, wenn wirDesigner sagen „im Herzen sind wir Schatzsucher“. Vom Elevator Pitch, der tatsächlich im Fahrstuhl stattfindet, über einen Schatzsucher-Tag, in dem vermittelt wurde was sie brauchen, um ihren Job gut zu machen, war alles dabei. Michael Rösch sagt. „Man muss die Mitarbeiter emotional packen“. Sicherlich gerade für eine Marken- und Designagentur wichtig, diesbezüglich bei sich selbst anzufangen. So gelingt es leichter, auch Kunden zu überzeugen, wie ein gemeinsamer Kreativprozess die Marke „von innen“ prägt. Mit seinen Kunden durchläuft das Team von Michael Rösch ähnliche Prozesse, um den Austausch anzuregen. Hier werden Großgruppenprozesse z.B. als „World Cafe“ gestaltet mit dem Effekt, dass die Selbstorganisation der Gruppe angeregt wird.

Was macht einen attraktiven Arbeitgeber aus und wie bekomme ich Kreativität ins Unternehmen, war eine weitere Frage, die intensiv beleuchtet wurde. Frau Kraft stellte uns vor, dass Microsoft da auch klar auf die Ideen der Mitarbeiter/innen setzt, wie z.B. bei der Einführung der „New World of Work“. Selbst die Gestaltung flexibel nutzbarer Büros dient dazu, eingefahrene Strukturen zugunsten hoher Freiräume aufzugeben. Freiräume bilden sich zusätzlich in flexiblen Arbeitszeiten und Arbeitsorten ab. Da wird viel auf Vertrauen gesetzt.

Was passiert, wenn Unternehmen durch Medien attackiert werden – egal ob es sich um Twitter & Co. oder um Fernsehreportagen handelt? Klare Regeln, wer mit wem worüber sprechen darf, wurden als das A&O genannt. Hier muss das Unternehmen selbst schnell handeln – z.B. über die Presseabteilung. Die Mitarbeiter/innen sind zügig zu informieren, damit sie – wenn sie von Familie, Freunden oder Bekannten angesprochen werden - entsprechend im Sinne des Unternehmens reagieren können.

Auf die abschließende Frage nach den Erfolgsgeheimnissen, um als Manager glaubwürdig zu bleiben, antworteten sowohl Frau Kraft als auch Herr Rösch ähnlich: Authentisch sein, frühzeitig Transparenz schaffen, wenn es um Veränderungen und Entscheidungen geht, und aus eigenen Fehlern lernen. 

Veröffentlicht auf www.cpmonitor.de am 10.07.2012

von Beatrice Monington West

Die Agentur wirDesign, Braunschweig/Berlin, produziert nach eigenen Angaben jährlich 15 Geschäftsberichte. Aktuell hat die Agentur den Geschäftsbericht 2011 der Städtischen Werke Magdeburg produziert. Während der Vorjahresbericht schon von der üblichen Berichterstattung abwich und neue Maßstäbe durch Illustrationen und dem Oberthema »Haltung« gesetzt wurden, setzt der aktuelle Report auf »ganz großes Kino« beziehungsweise bekannte Hollywood-Filmklassiker.

Damit werden im SWM DER GESCHÄFTSBERICHT 2011 die Zahlen aus dem vergangen Geschäftsjahr durch unterhaltsame Editorialkomponenten in Szene gesetzt. Schon auf dem Titel wird Ben Hur zitiert und anstatt eines »steifen« Vorstandsfotos, präsentieren sich die drei SWM-Herren mit schwarzer Sonnenbrille und zitieren die Blues Brothers.

Auch die wichtigen Themen der Städtischen Werke Magdeburg wurden ungewöhnlich beziehungsweise etwas anders präsentiert: So mutiert zum Beispiel VOM WINDE VERWEHT zu »Vom Winde gedreht« und bezieht sich auf die regenerative Energie, aus E.T., DER AUßERIRDISCHE wurde »G. F., gute Freunde« und bezieht sich auf die Partnerschaften des Unternehmens, und LOLA RENNT wurde zu »Turbine läuft«.Neben der Printversion ist der SWM DER GESCHÄFTSBERICHT 2011 auch als PDF-Version erschienen.

 

Nord/LB-Geschäftsbericht setzt auf Geschichten

Auf einem unterhaltsamen Magazinstil hat wirDesign den 274 Seiten umfassenden Geschäftsbericht der Nord/LB, Hannover, gesetzt und reportet die Aktivitäten der Norddeutschen Landesbank in vielen großen und kleinen Geschichten, die im Duktus weit weg sind von dem üblichen trockenen Geschäftsberichtsstil. Zudem wurde in dem aktuellen Geschäftsbericht auch der Nachhaltigkeitsbericht integriert.

Commerzbank-Geschäftsbericht setzt auf Unternehmen und Menschen

Bereits seit fünf Jahren verantwortet die Agentur den Geschäftsbericht der Commerzbank Aktiengesellschaft, Frankfurt. Im aktuellen 370 Seiten umfassenden Geschäftsbericht COMMERZBANK – MEHR FÜR UNSERE KUNDEN. wird neben dem nüchternen Fakten-Reporting auf Geschichten gesetzt und kleine sowie große Unternehmen vorgestellt. Wie zum Beispiel das Berliner Unternehmen Aseli, das nach einem alten Familienrezept seit fast hundert Jahren weiße Mäuse aus Schaumzucker produziert.Neben der Printversion verantwortet wirDesign auch den Commerzbank-Onlinegeschäftsbericht auf HTML-Basis.

1. Juli 2012

Interview mit Andreas Viedt

Andreas Viedt, Mitgründer, Vorstand und Managing Brand Consultant bei wirDesign, über Change Branding – auch in der eigenen Agentur.

Interview erschienen in PAGE 07.2012 im Report zum Thema »Interne Unternehmenskommunikation« (http://www.page-online.de/heft/einzelheft/2012/7) 

»Interessant war, wie sehr uns gerade die spielerischen Tools weitergebracht haben. Sie konnten uns Stärken und Schwächen bildlich und tiefgreifend verständlich machen.«

Change Branding spielt eine wichtige Rolle bei wirDesign. Was genau verstehen Sie darunter?

Andreas Viedt: Je nachdem, wie man den Begriff betont. Change Branding bedeutet die Implementierung neuer Markenelemente auf der technischen und mentalen Ebene. Dabei ist für den operativen Part der Einsatz von Brand-Management-Systemen wichtig, um eine konsistente Umsetzung der sichtbaren Markenelemente zu ermöglichen. Beim ChangeBranding, das eine immer größere Rolle spielt, geht es wiederum um die strategische und gestalterische Begleitung der Veränderungsprozesse im Unternehmen. Besonders auf der emotionalen Ebene wirkt eine starke Marke mit starker Identität als stabilisierender Faktor im Wandel. Bei unserer Arbeit für die Lasertechnologie-Firma FOBA zum Beispiel kommunizierte man die neue Ausrichtung des Unternehmens mit den veränderten Besitzverhältnissen anhand des Brandings. 

14. Mai 2012

Kommunikative Trends und Entwicklungen

Prof. Peter Wippermann, Trendbüro Hamburg, und Norbert Gabrysch, CEO wirDesign, im Gespräch über die Zukunft der Kommunikation.

Interview erschienen in BluePrint 02/2012

N. G.: Seit über 20 Jahren beobachten, kommentieren, interpretieren Sie gesellschaftliche Trends und Entwicklungen, gerade auch in der Kommunikation – haben wir mit Facebook, Twitter und Co. noch einmal einen revolutionären Sprung gemacht oder leben wir einfach in einem Zeitalter immer schneller werdender Veränderungen?

P. W.: Der Strukturwandel läuft, seitdem das World Wide Web frei gestaltet ist. Manche Entwicklungen werden von uns allerdings als besonders gravierend wahrgenommen, beispielsweise die Dotcom-Blase am Beginn des neues Jahrtausends oder die aktuellen Ängste um die Wahrung der Privatsphäre im Rahmen von Web 2.0. Inzwischen erreicht der Strukturwandel eine Dimension, die weniger technologisch geprägt ist, sondern vielmehr kulturell. Organisationsstrukturen müssen sich neu überdenken, aufstellen und vernetzen. Das Problem stellt sich nahezu allen traditionsgeprägten Unternehmen in gleicher Form: Wie organisiert man Arbeit? Wie organisiert man Effizienz?

Natürlich funktionieren die althergebrachten Industriestrukturen hervorragend in klassischen Produktionsbetrieben. Bei Unternehmen, die auf Netzwerken basieren, gelingt das nicht mehr. Nehmen wir als Beispiel den Sportartikelhersteller Nike. Digitale Fabriken ermöglichen es, dass der einzelne Kunde seine Produktionswünsche in Auftrag gibt. Daraus resultiert eine höhere Effizienz im Produktionsprozess. Bei Nike zeigt sich zudem, welche wirtschaftliche Bedeutung die neuen Medien erlangt haben. Nike hat seine Marketing- und Werbebudgets stark auf Social Media und Paid Search ausgerichtet. Das Verhältnis zu den traditionellen Medien beträgt inzwischen 7 zu 1. Damit einhergehend sind die Umsätze und der Nettogewinn gestiegen. Das ist das Spannende an dieser Entwicklung.

(…)

Das gesamte Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe BluePrint 02/2012.

2. Januar 2012

»Brand Management – Veränderung gestalten«

Michael Rösch, Geschäftsführer bei wirDesign in Berlin und Braunschweig, über die Notwendigkeit, Mitarbeiter in Markenprozesse zu involvieren

Interview erschienen in PAGE 02.2012 (http://www.page-online.de/heft/einzelheft/2012/2

Nicht nur Kommunikationsprodukte, auch die Strukturen für dynamische Designprozesse müssen Agenturen heute schaffen Marken werden immer flexibler an differenzierte User- und Zielgruppen, an regionale Märkte und unterschiedliche Kanäle angepasst. Dass dies nicht nur flüchtiger Oberflächenanstrich bleibt, dafür sorgen Brand Manager mit Konsequenz und Feingefühl für Prozesse, Veränderungen und die Menschen hinter der Marke. Denn das Markenverständnis wandelt sich weiterhin – weg von statischen Corporate Designs, hin zu individualisierten Ausdrucksformen, die Kopf und Herz eines Unternehmens widerspiegeln. Und mit zunehmendem finanziellen Druck ist das Brand Management gezwungen, seine Strategien auch dem Controlling in Unternehmen darzulegen. (wl)

Wohin geht's im Bereich der Markenführung?

Michael Rösch: Man kann die Veränderungen der Branche ganz gut an den Krisen der letzten Jahre festmachen: Die Dotcom-Blase hat noch 2000/2001 zu großen Einbrüchen bei den CI-/CD-Agenturen geführt; die Finanzkrise 2008 eher weniger, denn in Unternehmen wird inzwischen die Bedeutung guter, flexibler Markenführung erkannt. Relativ neu ist die Erkenntnis, dass Mitarbeiter aktiv und emotional involviert werden sollten. Das Bewusstsein dafür kommt auch daher, dass eine neue Generation in den Führungsetagen heranwächst, die die Bedeutung von Change Management kennt. Für uns bedeutet das, dass wir künftig immer weniger für ein generelles Verständnis vorarbeiten müssen, sondern direkt an den Maßnahmen zur internen Kommunikation arbeiten können.

Ein Beispiel aus Ihrer Praxis?

Michael Rösch: Das neue Corporate Design für Nürnberg. Die Stadt war bisher kaum als Marke sichtbar; einzelne Abteilungen hatten Modifikationen am bestehenden Design, sogar am Logo vorgenommen – es war dann quasi »ihr Baby«. Ohne die gezielte Einbeziehung der städtischen Mitarbeiter wären wir bei der Implementierung eines neuen, konsistenten Corporate Designs mit Sicherheit auf emotionale Blockaden und Motivationsprobleme gestoßen. Durch einen einzigen Workshop mit siebzig Teilnehmern ist es uns gelungen, aus Betroffenen Beteiligte zu machen – noch bevor wir den ersten Strich für das neue Design gezogen haben. Bei den Vorgaben haben wir bewusst Freiräume gelassen und hatten am Ende über siebzig hoch motivierte Anwender.

Bitte ein Praxistipp für das Brand Management der Zukunft?

Michael Rösch: Markenprojekte sollten so aufgesetzt werden, dass sie nachhaltig wirken, das heißt: keine Einzelaktionen, die schnell verblassen. Intelligente Implementierungsmaßnahmen verbunden mit interner strategischer Kommunikation sind ein wertvoller Beitrag, um Mitarbeiter langfristig an das Unternehmen zu binden – auch im Sinne eines Employer Branding. Deshalb erkennen auch mittelständische Firmen zunehmend den Sinn eigener Markenbeauftragter, die sich kontinuierlich um die Weiterentwicklung der Marke und damit um die Stärkung des Unternehmens von innen kümmern.

Was sind denn dann die Aufgaben der Designagenturen, die diese Tätigkeiten bisher meist übernommen haben?

Michael Rösch: Sie verschieben sich in Richtung Prozessgestaltung, kreativ-strategische Beratung von Unternehmen auf Augenhöre. Agenturen sollten sich unbedingt Know-how im Change Management aneignen. Designentwürfe stellen nur noch einen Teil der Arbeit dar. Aber auch hier verändert sich viel: Corporate Design wird zunehmens dynamischer, die Anwendung automatisierter.

Wie wirkt sich die Dynamisierung der Markenführung aufs Corporate Design aus?

Michael Rösch: Ein Corporate Design, das für automatisierte Anwendungen über Brand-Management-Systeme geplant wird, sollte zunächst einmal einfach gestaltet sein. Kleinteilige Erscheinungsbilder machen die Nutzung von Web-to-Print schwerfällig und damit teuer. Dennoch muss Corporate Design nicht langweilig werden, interessante Ansätze bietet hier generatives Design, wie es beispielsweise Interbrand für Actelion eingesetzt hat. 

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