ReportingNews #47 | November 2017

Digitale Investor Relations – Heute in die Zukunft investieren.

Vertrauen ist der Anfang von allem. So lautet ein Motto der Investor Relations, das zeitloser nicht sein könnte. IR-Manager sind im Rahmen ihrer Tätigkeiten mehr denn je bestrebt, die Zuversicht von gegenwärtigen und potenziellen Kapitalgebern über alle Kanäle wirksam aufzubauen und zu erhalten. Digitale Plattformen werden dabei zusehends wichtiger. Mit welchen Trends ist im Kontext des digitalen Wandels zu rechnen?

von Cédric Baumgartner, mit freundlicher Genehmigung der »The Reporting Times«

Trend 1: Wer investiert, wird digital reifer

Den empirischen Befunden zufolge scheint die Investitionsbereitschaft in den IR auch künftig ungebrochen hoch zu sein: So möchten IR-Manager prioritär Ressourcen für Bereiche wie Prozessdigitalisierung, Informationstechnologie und Innovation aufwenden, um so gezielt ihre Fähigkeiten in den «klassischen» Handlungsfeldern der Digitalisierung weiterzuentwickeln. Damit festigen sie jene Bereiche, die entscheidend für den Erfolg des digitalen Wandels in der Finanzkommunikation sind. Kombiniert mit Investitionen in darauf abgestimmte Fähigkeiten sowie zusätzlichem Wissen, das sich Finanzkommunikatoren in entsprechend aktuellen und zukünftigen Projekten aneignen, wird die digitale Reife von IR-Abteilungen in den nächsten Jahren kontinuierlich steigen.

Trend 2: Agieren ist besser als reagieren

Die Veränderung hin zu einer wirksamen digitalen Finanzkommunikation lohnt sich sowohl im internen wie auch externen Kontext: Mit Investitionen in Themenfelder wie Big Data, Customer Experience, künstliche Intelligenz, Prozessdigitalisierung oder cloudbasierte Tools lassen sich nicht nur die Reichweite und die Effizienz steigern, sondern auch die Effektivität und Qualität in den Investor Relations im Kontext von Compliance- und Governance-Aufgaben nachhaltig verbessern. Überdies setzen Finanzkommunikatoren mit der Nutzung digitaler Möglichkeiten stets ein innovatives Zeichen. Wer sich aber den Chancen des digitalen Wandels verschließt, unterschätzt nicht nur die Macht der neuen Technologien, sondern auch die Bedeutung der jungen Financial Community: Es ist bloß eine Frage der Zeit, bis diese stark in der digitalen Welt verwurzelte Generation künftiger Investoren und Multiplikatoren die Oberhand im Kapitalmarkt gewinnt und eine adäquate, noch stärker digital orientierte Ansprache erwartet. Je früher sich IR-Manager den digitalen Trends öffnen, desto eher können sie die Chancen erhöhen und die Risiken in ihrer Arbeit zielgerichtet minimieren. Digitale Engagements sind jedoch stets unter Abwägung von Kosten und Nutzen zu prüfen.

Trend 3: IR-Grundsätze gezielter stärken

Digitale Aktivitäten tragen massgeblich zur Verwirklichung kommunikationspolitischer sowie finanzwirtschaftlicher Ziele der Investor Relations bei. So begünstigen unter anderem Investitionen in den Aufbau digitaler Touchpoints, wie bspw. Video-Webcasts, den ortsunabhängigen, simultanen Informationsaustausch mit der Financial Community. Dadurch wird nicht nur deren Informationsstand verbessert, sondern es werden auch Informationsintervalle reduziert, was unter anderem die Grundsätze der Zielgruppenorientierung sowie der Transparenz in der Finanzkommunikation stärkt. Weiter lassen sich mit eingesetzten Ressourcen im Bereich der digitalen Customer Experience die verschiedenartigen Informationsansprüche und Erwartungen der Financial Community besser erfüllen. Ferner sind im Kontext der Prozessdigitalisierung Tools einzusetzen, die relevante Kursdaten, Charts, Meldepflichten oder Fact Sheets effizient und stets aktuell darstellen. Dadurch können IR-Manager nicht nur Ressourcen einsparen, sondern auch sicherstellen, dass alle Kapitalmarktteilnehmer kompetent und gleichwertig informiert werden.

Trend 4: Es ist nicht alles digital, was glänzt

Es ist unbestritten: Digitale Kommunikationsinstrumente und Plattformen weisen enorme Zugkraft auf und bergen auch für die Investor Relations großes Potenzial. Gleichwohl ist stets daran zu denken, dass innerhalb der Financial Community heterogene Informationsbedürfnisse bzw. unterschiedliche Erwartungen an die Kapitalmarktkommunikation bestehen. Digitale Anstrengungen weisen je nach Anspruchsgruppe unterschiedlich hohe Nutzwerte auf, weshalb nebst digitalen Aktivitäten stets auch individuell ausgerichtete klassische IR-Tätigkeiten wie das persönliche Gespräch oder Roadshows vonnöten sind. Mit einem durchdachten Engagement unterstreichen IR-Manager letztlich nicht nur ihre Kommunikationsfähigkeiten, sondern stärken auch die Vertrauensbeziehungen zu bedeutungsvollen Kapitalmarktsteilnehmern nachhaltig.

Wie fit sind Ihre Investor Relations für den digitalen Wandel?

Die Durchführung der Studie wurde vom IR club Schweiz unterstützt und von der Hochschule für Wirtschaft Zürich wissenschaftlich begleitet.

 

ReportingNews
Newsletter zum Thema Annual/CR-Reports

Zur Übersicht

Thema Reporting
Blick zurück und Blick nach vorn

Mehr dazu

Exposé
Geschäftsberichte

Zum Exposé

Unsere Kompetenz Reporting

Ausgewählte Projekte