ReportingNews #52 | Juli 2018

Die Geschäftsberichtsmedien der MDAX-Unternehmen. Print first, PDF first, HTML first – oder alles zusammen?

Eine aktuelle Auswertung

Selten war so viel Vielfalt und Bewegung im Reporting wie heute, und das nicht nur inhaltlich, sondern auch was die Auswahl der Kommunikationswege oder Medien betrifft. Es gibt ihn aktuell nicht mehr, den einzig richtigen »Königsweg«. Die Unternehmen entscheiden sehr individuell, auf welchen Wegen, in welcher Form und in welchem Medienmix sie ihren Geschäftsbericht veröffentlichen. Wir haben uns dort umgesehen, wo die Vielfalt vermutlich am größten ist: Im deutschen MDAX. Hier haben wir ermittelt, wie häufig PDF, Print, HTML oder mögliche Kombinationen aktuell von den IR-Abteilungen eingesetzt werden.

100 Prozent setzen auf PDF

 

Sämtliche Unternehmen im MDAX bieten den Geschäftsbericht als PDF an. 21 der insgesamt 50, also gut 40 Prozent, konzentrieren sich ausschließlich auf das PDF, wobei es hier sehr unterschiedliche Qualitäten gibt: Von dem klassischen, simplen »Druck-PDF« über komfortabel verlinkte und interaktive PDF-Versionen bis hin zu bereits im Layout speziell auf einen PDF-first Ansatz ausgerichtete Querformate. Ersichtlich ist bei den 21 allerdings nicht, ob sie den Geschäftsbericht grundsätzlich überhaupt nicht drucken, z.B. für die Hauptversammlung, er wird jedoch offensichtlich nicht mehr offensiv als Printversion angeboten. »Nur-PDF« heißt auch nicht zwangsläufig, dass kein Image- oder Magazinteil enthalten ist: der Automobilzuliefere Hella und einige weitere liefern auch im PDF ein ausführliches Journal mit aus.

19 der Unternehmen, also knapp 40 Prozent bieten einen HTML-Bericht an, wobei knapp die Hälfte eine sogenannte »Full-HTML-Version« bevorzugt, die auch responsiv ist, während die andere Hälfte nur Teile des Berichtes in einer speziellen Onlineversion aufbereitet und größtenteils den klassischen Finanzbericht, Lagebericht etc. wiederum als PDF zum Download bereitstellt. Nur drei Konzerne, Brenntag, Puma und Wacker Chemie bespielen die komplette Klaviatur: Print-, PDF- und HTML-Bericht.

Kurzes Fazit

14 Print-Berichte, 19 HTML-Versionen, 10 davon Full-HTML und responsiv, 21mal nur PDF. Das PDF ist Pflicht, wobei sich mehr und mehr die Erkenntnis durchsetzt, dass es sicherlich nicht die intelligenteste oder lesefreundlichste Lösung ist, den Geschäftsbericht nach wie vor wie eine Printbroschüre aufzubereiten und dann lediglich online zu stellen. Dass das PDF für Analysten, Investoren und Finanzjournalisten die bevorzugte Infoquelle ist, bestätigte im übrigen auch noch einmal die Studie »Geschäftsbericht Report«, die wirDesign zusammen mit dem DIRK und weiteren Partnern im Sommer 2017 erstellte.

Insgesamt zeigt sich also ein relativ »buntes« Bild. Mit welcher Intensität der Geschäftsbericht gespielt wird, hängt eben auch von seinem Stellenwert im gesamten Kommunikationsmix eines Unternehmens ab. Und es gibt immer auch Sonderlösungen: der Duft- und Geschmacksstoff-Hersteller Symrise verschickt schon seit einigen Jahren einen Unternehmensbericht, der auf gut 90 Seiten sehr anschaulich und in vielen Aspekten ein Bild des Unternehmens zeichnet, Lagebericht und Abschluss gibt es in dieser Printfassung nur als ca. 20seitge Zusammenfassung, die komplette Fassung dann online. Die Deutsche Wohnen stellt ihr Geschäftsmodell, ihre Haltung und ihre Aktivitäten in einem 40seitigen Magazin dar, das sowohl in Print als auch online über den Geschäftsbericht hinaus weiter genutzt wird und glänzt zusätzlich noch mit einer speziell aufbereiteten PDF-first-Version des Finanzberichtes. Das Ex-MDAX-Mitglied KUKA liebt es magnetisch und verbindet sein 40seitiges Magazin mittels zweier Magnetplatten mit dem Geschäftsbericht 2017.

Geschäftsbericht-Report 2017

Eine wirDesign-Studie zur Nutzung und Bedeutung von Geschäftsberichten börsennotierter Unternehmen in Deutschland. Wo liegen die Interessen der Zielgruppen und welche Wirkung entfalten Geschäftsberichte?

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