ReportingNews #53 | September 2018

European Communication Monitor 2018: Studie zur strategischen Kommunikation identifiziert aktuelle Trends

Der European Communication Monitor 2018 ist die weltweit größte Studie der Kommunikationsbranche. Die Studie basiert auf knapp 3.100 Befragten aus 48 europäischen Ländern und liefert besonders wertvolle Einsichten für Kommunikationsverantwortliche in Unternehmen und Non-Profit-Organisationen sowie Agenturen, Politik und Management. Neben wesentlichen Trends wie Fake News und der Umgang damit, untersuchte das europäische Forscherteam der EUPRERA Fragen rund um den Beitrag der Kommunikation zum Gesamterfolg der Organisation sowie das Arbeitsumfeld für Kommunikationsverantwortliche in Europa.

Arbeitseinsatz und Arbeitsstress, Jobzufriedenheit und die Treiber dafür sowie der Status von Führungskräften in Kommunikationsabteilungen und in Agenturteams standen bei der im März 2018 durchgeführten Studie im Zentrum. Der ausführliche Report liefert dabei Einsichten für 22 europäische Länder. Weiterführende globale Vergleiche werden durch die Global Communication Monitor Reihe in Lateinamerika und dem Asien-Pazifik-Raum sowie in diesem Jahr auch erstmalig Nordamerika abgedeckt. Erste globale Ergebnisse werden im Herbst 2018 präsentiert.

Wirtschaftsführer und Unternehmenslenker sowie Führungskräfte in der Politik müssen in einem volatilen Umfeld ihre Organisation bzw. ihr Land führen. Drohende Handelskriege oder die Suche nach einer neuen Balance zwischen nationalen und multilateralen Interessen erschweren zukunftsweisende Strategien. Dabei erscheinen Fake News – absichtsvoll und verifiziert falsche Informationen bzw. Nachrichten – und deren Verbreitung ein weiterer Unsicherheitsfaktor. „Kommunikationsexperten können in diesen Zeiten ein Fels in der Brandung der heutigen Medienumwelt sein," betont Studienleiter Ansgar Zerfaß von der Universität Leipzig. „Sie können Organisationen ganz konkret unterstützen, indem sie die Umweltwahrnehmung der Organisation dem Management widerspiegeln, nicht nur Fake News bekämpfen, sondern ihre Organisationen auf gezielte Fake-News-Kampagnen vorbereiten und damit die Reputation verteidigen. Sie können Vertrauen aufrechterhalten und verlorengegangenes Vertrauen wiederherstellen – nicht umsonst die größte Herausforderung für die kommenden Jahre, wie die Studie belegt."

Trotz der anhaltenden Debatte über Fake News in Europa (die von 55,8 Prozent der Befragten im eigenen Land wahrgenommen wird und woran sich 65,5 Prozent beteiligen), erscheint dies nur für ein Viertel der Kommunikationsverantwortlichen (24,4 Prozent) von Relevanz für ihre tägliche Arbeit, weil sie zumeist selbst davon betroffen waren (22,5 Prozent). Besonders stark betroffen von Fake News sind Regierungsorganisationen, der öffentliche Sektor sowie politische Organisationen wie Parteien (44,6 Prozent waren 2017/2018 mindestens einmal davon betroffen). Mehr als die Hälfte der Kommunikationsfachkräfte aus Russland (53,2 Prozent) berichten, dass ihre Organisation mindestens einmal von Fake News betroffen war, gefolgt von Serbien, Slowenien und Polen (jeweils mehr als 40 Prozent). Deutschland liegt mit 20 Prozentpunkten eher im Mittelfeld. Dabei werden insbesondere die Sozialen Medien als Ursprung solcher irreführender Inhalte hervorgehoben (81,3 Prozent); auch wenn ein großer Teil ebenfalls in den traditionellen Massenmedien seinen Ursprung hat (59,6 Prozent). Während die Mehrzahl auf die Expertise der Kommunikationsexperten setzt, haben lediglich 12 Prozent der betroffenen Organisationen etablierte Standards erarbeitet, um für solche Angriffe gewappnet zu sein.

Der vollständige Ergebnisbericht in englischer Sprache mit allen Ergebnissen (146 Seiten, PDF) ist kostenlos verfügbar unter www.communicationmonitor.eu.

Studie: Communication Monitor 2018

 

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