ReportingNews #58 | Juni 2019

Studie: Integrierte Finanzkommunikation

 

Die aktuelle Studie »Integrierte Finanzkommunikation« des Center for Research in Financial Communication beschäftigt sich mit der Kooperation und Koordination zwischen Investor Relations (IR) und Corporate Communications (CC) beim Thema Finanzkommunikation. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, mit welchen Zielen, wie intensiv und mit welchen Mitteln sich die Funktionen abstimmen. Darüber hinaus bietet die Studie Aufschluss darüber, was die Funktionen voneinander wissen, wo es zu Konflikten kommt und wie diese gelöst werden können.

http://www.financialcommunication.org

Executive Summary

INTENSIVE, ABER INFORMELLE ABSTIMMUNG

  • Die Abstimmung zwischen den beiden Funktionen Investor Relations und Corporate Communications beim Thema Finanzkommunikation ist intensiv, aber erfolgt meist informell und häufig anlassbezogen.
  • Etwa ein Viertel der Befragten stimmen sich täglich ab.
  • Beide Abteilungen erachten die Abstimmung als notwendig, IR schätzt die Frequenz aber tiefer ein als CC.
  • Es gibt eine klare Arbeitsteilung in Hinblick auf Zielgruppen. Reporting-Aufgaben liegen eher bei IR.
  • Sondersituationen erfordern eine besonders intensive Abstimmung.
  • Mittel der Wahl für die Koordination sind vor allem Gespräche, Telefonate und Mail.

 

LÜCKEN DER STRATEGISCHEN STEUERUNG

  • Mit Blick auf die strategische Integration zeigt sich das Feld gespalten
  • Die operative Integration ist insgesamt stärker ausgeprägt als die strategische. Die formale Integration spielt eine untergeordnete Rolle.
  • Entsprechend häufig gibt es keine einheitlichen Ziele für beide Funktionen, bei 30 % sind die Ziele immerhin »ziemlich stark« abgestimmt.
  • Die Evaluation ist eher eine Einbahnstraße: Sie findet bei CC deutlich häufiger statt als bei IR. Oft informiert CC dann IR über die Ergebnisse.

 

KULTURELLE DIFFERENZEN

Bei aller Gemeinsamkeit haben CC und IR doch etwas unterschiedliche Prioritäten, was zu kulturellen Friktionen führen kann – insgesamt ist das Verhältnis dennoch harmonisch.

  • Beide Seiten sehen relevante Unterschiede zwischen den Abteilungen, vor allem IR. IR verfolgt eine eher zurückhaltende Kommunikation (Guidance), CC will positionieren und Themen setzen.
  • Die «unterschiedliche DNA« liegt zum Teil auch an unterschiedlichen disziplinären Hintergründen.
  • IR wünscht sich eher eine stärkere Koordination als CC – vielleicht, um etwas zu bremsen?

 

EINE STÄRKERE INTEGRATION ZAHLT SICH AUS

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es keine partielle Integration gibt: Strategische Orientierung, Formalisierung und Frequenz der Abstimmung gehören zusammen.

  • Eine stärkere Integration erhöht die Zufriedenheit und die Arbeitsatmosphäre.
  • Sie führt zu einem breiteren Set an Koordinationsinstrumenten, einheitlicheren Zielen und mehr Abstimmung in der Evaluation.
  • Unternehmen mit einer stärker integrierten Finanzkommunikation weisen eine bessere Performance auf (wobei die Analyse keine Kausalschlüsse zulässt).

 

Zur Langversion der Studie:

www.financialcommunication.org

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