ReportingNews #59 | Juli 2019

Smart Reporting
Geschäftsberichte als Teil einer Contentstrategie

Für die Erstellung ihrer Geschäftsberichte geben Unternehmen Jahr für Jahr viel Geld aus – und das, obwohl diese nach kurzem Aufblitzen mehr oder weniger in der Versenkung verschwinden. Eigentlich schade, dass so viel Inhalt einfach verpufft – und kein Wunder, dass Thorsten Greinus, Creative Director bei wirDesign, sich wünscht, Unternehmen würden mehr in Richtung einer langfristigen Contentstrategie denken. Im Interview mit der PAGE in Ausgabe 7/2019 spricht er über Smart Reporting und den Sinn einer kanalübergreifenden Contentstrategie.

Ob digital, gedruckt oder beides – Business Reports sind heute bestenfalls Teil einer übers Jahr geplanten Contentstrategie.

Smart Reporting: starke Aussagen als kleine Snippets für den Schnellleser

»Sinnvoller wäre es, das Geschäftsberichtsteam nicht als autarke Einheit zu begreifen, sondern ein Redaktionsteam zu bilden, dem unter anderem Verantwortliche aus Unternehmenskommunikation, CSR und Marketing angehören, die einen gemeinsamen Contentplan für das ganze Jahr aufstellen und die Inhalte kanalübergreifend konzipieren«, meint Greinus. So ließen sich beispielsweise aus den Aussagen des Vorstands im Vorwort einige knackige Zitate herauspicken, um sie als Statements in den Social Media zu nutzen. »Hinter jeder Geschichte im Imageteil stecken Zahlen, zum Beispiel eine erfolgreiche Investition. Dieser Erfolg kann – natürlich erst nach Erscheinen des Geschäftsberichts – prima auf Twitter veröffentlicht werden«, sagt Greinus.

Immer wieder hören die Strategen und Kreativen bei wirDesign von Agenturkunden: Klingt klasse, aber wir sind noch nicht so weit. Thorsten Greinus ist trotzdem guten Mutes: »Viele Unternehmen bauen eigene Newsrooms auf. Dort entstehen kontinuierlich gute und relevante Beiträge. Sie bilden die Basis für das, was wir Smart Reporting nennen: starke Aussagen als kleine Snippets für den Schnellleser.« Am besten aufbereitet in einem Mobile-optimierten Report, der komprimiert alles Wesentliche enthält und mit einer Vollversion verlinkt ist.

(...)

»Viele Unternehmen bringen hochwertige Magazine heraus. In diesem Zusammenhang kann durchaus ein Kannibalisierungseffekt im Publishing entstehen«, meint Thorsten Greinus. »Einige Unternehmen verzichten deshalb auf einen aufwendigen Imageteil und kommunizieren über den Geschäftsbericht hauptsächlich die Finanzinformationen.« Ein Beispiel für diese Strategie ist der aktuelle Report der Continental AG, der eng mit dem Onlinemagazin des Konzerns verknüpft ist – das zeigt schon das gemeinsame Titelbild, ein Motiv des Londoner Illustrators Toby Neilan.

Um Wettbewerb im eigenen Haus zu verhindern und Synergien besser zu nutzen, brauchen Unternehmen, was Thorsten Greinus sich schon so lange wünscht: eine überzeugende kanalübergreifende Contentstrategie.

Zum Weiterlesen: PAGE 7/2019: S. 47 - 52

www.page-online.de

Zur Person

Thorsten Greinus ist Creative Director bei wirDesign und mitverantwortlich für den Fokus Reporting. Seine Expertise liegt insbesondere in den Bereichen Brand Identity, Brand Design und Geschäftsberichte. Er entwickelt visuelle Erscheinungsbilder, Markenstrukturen, Kommunikationskonzepte und ist Autor des Buches »Branding to go«. 

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