Einblicke

Marke wirkt in Gesellschaft: Rückblick auf unsere Brand Performance Expo.

Geschrieben von wirDesign | 7. Oktober 2026

25 Jahre wirDesign Berlin. Fünf Perspektiven auf das, was Marken heute bewegt. Und ein Anlass, gemeinsam weiterzudenken und zu feiern. Am 18. September 2026 haben wir unser Berliner Jubiläum mit der ersten Brand Performance Expo im Kino Colosseum gefeiert. Unter dem Leitthema »Marke und Gesellschaft« ging es um Fragen, die weit über Gestaltung hinausreichen: Wie verstehen wir gesellschaftliche Veränderungen? Was passiert, wenn Maschinen zu emotionalen Gegenübern werden? Wie begegnen Marken gezielter Desinformation? Und wie wird aus Haltung konkretes Handeln?

Dazu brachten Janina Mütze, Christoph Koch, Gerald Hensel, Beatriz Bilfinger und Erik Spiekermann fünf unterschiedliche Perspektiven mit. Was sie verbindet: Markenarbeit braucht ein Verständnis für die Gesellschaft, in der sie wirken will.

Gesellschaft verstehen. Zukunftsmut stärken.

Gesellschaftliche Stimmung lässt sich leicht behaupten. Janina Mütze macht sie messbar. Die Mitgründerin und Geschäftsführerin von Civey zeigte, wie sehr Unsicherheit das Lebensgefühl der Bevölkerung prägt – und wie es an Zuversicht und gesellschaftlichem Zusammenhalt fehlt. Dem steht ein ermutigender Befund gegenüber: Menschen begegnen ihrem Arbeitgeber mit großem Vertrauen.

Darin liegt eine Chance und eine Verantwortung für Unternehmer. Sie können Gemeinschaft stärken, Perspektiven eröffnen und ihre Zuversicht nach außen tragen. Janina Mützes Plädoyer: mehr Zukunftsmut und gemeinsame Zukunftserzählungen, die zeigen, was wir miteinander bewegen können.

Wenn KI Nähe schafft.

Künstliche Intelligenz beantwortet längst nicht mehr nur Fragen. Sie spendet Trost, bietet Gesellschaft und wird für manche Menschen zur Freundin oder zum Partner. Journalist und Bestsellerautor Christoph Koch hat Companion-Apps getestet, Sozialroboter in Pflegeheimen besucht und mit Menschen gesprochen, die emotionale Beziehungen zu einer KI aufgebaut haben. Sein Impuls lenkte den Blick auf menschliche Bedürfnisse – und darauf, wie Technologie unser Verständnis von Nähe und Miteinander verändert. 

Marken unter Angriff.

Ein Shitstorm kann mehr sein als ein vorübergehendes Social-Media-Gewitter. Kommunikationsexperte und HateAid-Mitgründer Gerald Hensel richtete den Blick auf gezielte Desinformation und orchestrierte Angriffe. Aus seiner Arbeit als Krisenmanager und seiner eigenen Erfahrung mit digitalem Hass kennt er deren Mechanismen und Folgen. Sein Thema: Was Markenresilienz bedeutet, wenn Vertrauen, Reputation und Marktpositionen bewusst angegriffen werden – und warum Unternehmen dafür klare Zuständigkeiten und eine Strategie brauchen

Europas Werte als Gestaltungskraft.

Wie kann Europa seine Werte und Regeln in aktive Transformation übersetzen? Dieser Frage widmete sich Beatriz Bilfinger vom Bundesverband Digitale Wirtschaft. Sie verbindet Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz und digitale Verantwortung und betrachtet sie als gemeinsame Gestaltungsaufgabe. Ihr Impuls öffnete die Perspektive darauf, wie Europa technologischen Wandel selbstbewusst mitprägen kann.

Gestaltung braucht Haltung.

Erik Spiekermanns Arbeit begegnet uns täglich: in Schriften, im öffentlichen Raum und im Erscheinungsbild großer Marken. Bei der Brand Performance Expo brachte der Typograf und Gestalter seine Erfahrung und seinen unverwechselbar direkten Blick auf Arbeit, Gestaltung und Verantwortung ein. Für uns war sein Auftritt auch Ausdruck einer langjährigen Verbundenheit – und eines offenen Austauschs zwischen Gestalter und Agenturen, der über Wettbewerbsfragen hinausgeht.

Gemeinsam weiterdenken. Gemeinsam feiern.

Die Partner-Expo brachte Verbände und Freund*innen aus unserem Netzwerk zusammen und gab Raum für Gespräche zwischen den Vorträgen. Anschließend ging es am Berliner wirDesign-Standort weiter: mit unserer Jubiläumsparty.

 

Danke an unsere Speaker, Partner*innen und Gäste – und an alle, die 25 Jahre wirDesign Berlin mitgestaltet haben. Die Brand Performance Expo war ein Anlass, diese Beziehungen zu feiern und neue Perspektiven miteinander zu teilen. Denn wie wir Marken gestalten, hängt auch davon ab, wem wir zuhören, mit wem wir diskutieren und wie wir Verantwortung übernehmen.