ReportingNews #57 | Mai 2019

Studie Online-Reports 2018: Wie sich die digitale Berichterstattung von Schweizer und deutschen Unternehmen entwickelte

 

Der Geschäftsbericht muss in Form und Inhalt vielfältigen Ansprüchen gerecht werden. Mit Blick auf die Geschäftsberichte der letzten Jahre lassen sich dabei aktuelle Trends bei der Gestaltung ableiten. In Zusammenarbeit mit dem Center for Corporate Reporting Zürich, dem Center for Research in Financial Communication der Universität Leipzig und Neidhardt + Schön, Zürich wurde erneut das Universum der Online-Geschäftsberichte untersucht. Wie wichtig eine solche Analyse ist, zeigt die Tatsache, dass es in der vorliegenden Erhebung kein Unternehmen mehr gibt, das seinen Geschäftsbericht nicht in irgendeiner Form im Web zur Verfügung stellt. Die Studie beleuchtet, auf welche Art und Weise digital berichtet wird und welche Formate, welches Design und welche Inhalte gewählt werden.

 

Management Summary

Online-Reports erhalten durch Entscheidungen in vier Bereichen ein unverwechselbares Erscheinungsbild: (1) Formate, (2) digitale Features, (3) Inhalte und (4) Design. Unternehmen müssen schon in der Konzeptionsphase – basierend auf der Evaluation des Vorjahresberichts, abhängig von Zielgruppenprioritäten und strategischen Zielsetzungen – in diesen vier Bereichen Entscheidungen treffen und Schwerpunkte setzen. Die Studie verfolgt das Ziel, Entscheidungsträger durch Fakten aus einer umfassenden Berichtsanalyse, mit Literaturhinweisen und insbesondere mit Expertenaussagen* bei ihrer Meinungsbildung zu unterstützen.

Eine zentrale Erkenntnis ist dabei eine unterschiedlich schnelle Veränderung von Nutzer- und Anbieterperspektiven im Corporate Reporting. Während sich auf der Nutzerseite (Zielgruppen) ein Trend zur digitalen Nutzung von Informationen und Daten – immer mehr auch mobil – abzeichnet, schlägt sich dies (noch) nicht durchgängig auf der Anbieterseite (Emittenten) nieder.

Im Vergleich zur Studie aus dem letzten Jahr hat sich der Anteil online umgesetzter Geschäftsberichte (Hybrid oder Full HTML) kaum verändert und stagniert bei niedrigen rund 50 Prozent. Aber: Unter den Online-Reports findet eine Verschiebung weg von Hybriden und hin zu Full HTML statt. Wenn also in einen Online-Bericht investiert wird, dann richtig. Das PDF hat sich als Standard des digitalen Reporting etabliert – und besticht weiter durch Vorzüge wie einfache Nutz- und Suchbarkeit sowie Archivierbarkeit. Allerdings sind der Optimierung des PDFs Grenzen gesetzt. Full-HTML-Berichte verbessern sich dagegen zusehends, durch eine gute, jederzeitige Verfügbarkeit, bessere Suchfunktionen, Responsivität, interaktive Funktionalitäten oder Sharing-Optionen. Damit schließt der Full-HTML-Bericht zum PDF auf.

Hybrid-Geschäftsberichte hingegen geraten unter Druck, da sie in der Erstellung aufwendiger als ein PDF sind, aber die Zielgruppenwünsche kaum besser erfüllen. Unternehmen, die sich durch ein nutzerfreundliches Angebot differenzieren wollen, setzen daher neben dem gewohnten PDF auf die kontinuierliche Verbesserung ihres Full-HTML-Berichts – und erreichen so mobile, digitale Nutzer.

Hintergrundinformationen zur Studie

  • Ausgewertet wurden jeweils die 50 größten börsennotierten Titel von Schweizer und deutschen Unternehmen nach Marktkapitalisierung. Im Detail sind dies in den CH-Indizes SMI und SMIM 47 Berichte und in den DE-Indizes DAX und MDAX 50 Berichte.
  • Untersucht wurden Form und Inhalt der Geschäftsberichte 2014, 2015, 2016, 2017. Als Basis der Analyse dienten die aktuell gelisteten Titel in den genannten Indizes. Dadurch gibt es in der Stichprobe der Untersuchungsjahre leichte Unterschiede – einige Unternehmen sind weggefallen, andere sind dazugekommen.
  • Analysiert wurden zudem Besonderheiten und positiv auffallende Berichte als Best-Practice-Beispiele. Es handelt sich dabei um subjektive Einschätzungen, die durch den Vergleich in der Stichprobe erkennbare Besonderheiten aufzeigen.
  • Angereichert wird die Analyse durch interessante Zahlen und Fakten aus aktuellen Studien.
  • Ein Update dieser Studie mit den Geschäftsberichten der Saison 2018 folgt im Herbst 2019.

Zur Studie:

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