ReportingNews #65 | Juli 2020

Nonfinancials-Bewertung der DAX Geschäftsberichte 2019: Präsentieren, nicht dokumentieren!

Gastbeitrag von Kaevan Gazdar und Manfred Piwinger

Die neue CSR-Richtlinie von 2017 verpflichtet Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern zur jährlichen Veröffentlichung von Informationen über ihr Geschäftsmodell, über Arbeitnehmer-, Sozial- und Umweltbelange, über ihren Umgang mit den Menschenrechten sowie mit Korruption und Bestechung. Diese Nichtfinanzielle Erklärung (NFE) kann im Geschäftsbericht, im Nachhaltigkeitsbericht oder im Rahmen einer gesonderten Veröffentlichung erscheinen.

Reportingexpert.de hat das Nonfinancial-Reporting von Deutschlands führenden börsennotierten Unternehmen zum dritten Mal in Folge untersucht und ein Ranking der besten DAX-Unternehmen erstellt. Eine Erkenntnis der diesjährigen Bewertung: Qualität setzt sich in allen Veröffentlichungsformen durch. An erster Stelle steht BASF, gefolgt von Deutsche Post und Bayer.

Einige Highlights der Bewertung:

  • BASF – das Unternehmen punktet – wie schon im Vorjahr – mit einer vorbildlich prozessorientierten Darstellung von Verantwortung entlang der Wertschöpfungskette. Hinzu kommt ein messbares System von Zielen 2020 und Fortschritten im Geschäftsjahr 2019.
  • Deutsche Post – insgesamt eine sehr aussagekräftige Präsentation mit einer Vielzahl von Tabellen und Grafiken. Bemerkenswert sind auch die nichtfinanziellen Leistungsindikatoren wie der CO2-Effizienzindex.
  • Bayer – wie im Vorjahr beeindrucken die gigantischen Datenmengen vor allem bei Umwelt- und Arbeitnehmerbelangen. Defizite gibt es bei der Präsentation: Was fehlt sind Kommentierung und Hervorhebung.
  • Deutsche Bank – wie bei Bayer bietet Deutschlands führende Bank eine Vielzahl von Zahlen, Kennzahlen und Texten. Was fehlt ist das Strategisch-Übergeordnete. Bemerkenswert sind nach wie vor die exzellenten Kennzahlen zum Social Impact.
  • Lufthansa – hervorragend strukturiert mit einem Raster aus Strategie, Zielen, Maßnahmen und Ergebnissen. Manche Infos wirken allerdings etwas pflichtschuldig, als ob sie nur den Anforderungen des Rasters entsprechen sollten. Bemerkenswert fokussiert und substanziell der Schwerpunkt Klimaschutz bei Umweltbelangen.

Fazit

Es gibt eine große Bandbreite von Lösungsansätzen. Maßgeblich ist nicht die Form, sondern die Substanz, genauer gesagt: die Qualität der Darstellung. Defizite gibt es vor allem in der Präsentation: Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichte mutieren zu oft zu Materialfriedhöfen.

Weitere Informationen:

www.reportingexpert.de

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