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Brand Lifecycle Management in Krisenzeiten

Erfolgreiche Markenführung ist ein durchgehender Veränderungs- und Anpassungsprozess.
Lesezeit: 3 Minuten

Aus Kunden werden Kundinnen und Kunden, aus dem festen Arbeitsplatz wird das dezentrale Homeoffice oder der Coworking-Space, große Unternehmen verlassen Krisengebiete … Aus dem antizipierten kontinuierlichen Wandel scheint ein Rennen geworden zu sein. Wie Marken in diesen Zeiten hart und gleichzeitig flexibel bleiben, darüber schreibt unser Vorstandsvorsitzender Dirk Huesmann in seinem aktuellen Essay zum Thema Brand Lifecycle Management.

VUCA, Antifragilität und Brand Lifecycle Management

»Sollten wir zum Zeichen der Solidarität unser Logo blau-gelb einfärben?«, »Ist eine Betriebsfeier jetzt eigentlich angemessen?«, »Können wir es uns leisten, ausgerechnet jetzt mit dieser oder jener Kampagne in den Markt zu gehen?« … Gerade in den letzten Monaten spüre ich in unseren Kundengesprächen eine zunehmende Unsicherheit in Bezug auf die Markenarbeit in Krisenzeiten. Das ist verständlich; vor allen Dingen, wenn man sieht, wie sich innerhalb kürzester Zeit stabile Systeme, eingeführte Arbeitsmodelle oder auch zwischenmenschliche Verhaltensweisen verändern können. Meine grundsätzliche Antwort auf diese Herausforderungen ist: Eine starke Marke überdauert komplizierte Zeiten. Allerdings tut sie das nicht durch das Beharren auf einer Haltung, die man mal vor Jahren in der Brand-Strategie festgelegt hat, sondern nur mit einem aktiven Brand Lifecycle Management. Lassen Sie mich zu diesem Thema etwas weiter ausholen.

 


»Es geht um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess, der es Marken erlaubt, flexibel und veränderbar zu bleiben – aber kein Fähnchen im Wind.«


 

In den vergangenen Jahren haben wir öfters über die VUCA-Welt gesprochen. Das Akronym setzt sich zusammen aus den Begrifflichkeiten Volatility (Flüchtigkeit), Uncertainty (Unsicherheit), Complexity (Komplexität) und Ambiguity (Widersprüchlichkeit). Diese Faktoren begleiten uns in Zyklen. Waren diese Zyklen vor Jahren eher mit dem technologischen Wandel verknüpft, folgen sie mittlerweile und immer schneller aufeinander folgend auch dem gesellschaftlichen und politischen Wandel. Beispiele hierfür sind das Aufkommen digitaler Megatrends wie E-Commerce, Social Media, Internet of Things, Metaverse, aber auch demografische Veränderungen, Gender-Thematiken, Corona oder, wie jetzt, die Folgen des russischen Angriffskrieges. Hier kommt man mit dem starren Blick ins Corporate Manual nicht weiter. In einem sich ständig verändernden Umfeld ist es wichtig, auf Entwicklungen schnell zu reagieren und sich entsprechend neu zu positionieren. Der Finanzmathematiker und Forscher Nassim Nicholas Taleb prägte in diesem Zusammenhang den Begriff »Antifragilität«. Als antifragil bezeichnet er Systeme und Menschen, die aus unvorhergesehenen Situationen Nutzen ziehen können und nicht an starren Verhaltensmustern zerbrechen. Und genau hier setzen unsere Überlegungen zum Brand Lifecycle Management an.

Stehenbleiben ist immer schlecht: Warum sich eine Marke weiterentwickeln muss, um langfristig erfolgreich zu sein.

Es geht nicht mehr darum, Markenarbeit als Projektarbeit zu verstehen, die man einmal macht, abschließt und dann ist man fertig. Markenführung ist ein kontinuierlicher Prozess, in dem die Marke auf Herausforderungen und Veränderungen mit Anpassung ihres Verhaltens reagiert. Haben wir das ehedem in Zyklen gemacht, die eher im Fünf- oder Zehnjahrestakt lagen, streben wir mit dem Brand Lifecycle Management kürzere Intervalle an, die auf die Herausforderungen der VUCA-Welt eingestellt sind. Denn wer heute zu langsam ist und zu starr agiert, wird links und rechts überholt. Gefordert ist daher ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der es Marken erlaubt, flexibel und veränderbar zu bleiben – aber kein Fähnchen im Wind.

Unser Ansatz ist es, in einen Zyklus zu kommen, in dem wir gemeinsam mit unseren Kundinnen und Kunden regelmäßig überprüfen, ob deren Marken noch »On Track« sind oder am Markt oder den Bedürfnissen von Zielgruppen vorbeilaufen. Da wir langjährige Zusammenarbeit und intensive Beziehungen wertschätzen, haben wir für das Brand Lifecycle Management eine Vorgehensweise verdichtet. Sie basiert auf dem PDCA-Zyklus, auch PDCA-Methode genannt (Plan, Do, Check, Act), einem universellen Modell zur Optimierung des Qualitätsmanagements, das sich hervorragend auf eine resiliente und dadurch performante Markenführung übertragen lässt. Der Brand Lifecycle, den wir auf dieser Basis entwickelt haben, berücksichtigt alle Punkte, die man braucht, um eine Marke flexibel und gleichwohl stabil zu halten. Und damit langfristig erfolgreich.

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In den vier Phasen des Brand Lifecycles beginnen wir mit dem Scope, dem Plan, bzw. einer Bewertungsrunde, die den aktuellen Status der Marke und die vor uns liegenden Aufgaben beschreibt. Die nächste Phase, in die wir eintreten, ist das Handeln (Do), in dem wir unsere Planungen in Design, Technologie und Kommunikation umsetzen und in den Markt bringen. Den Outcome dieses Handelns überprüfen wir mit geeigneten Werkzeugen und Spezialisten (Check). Hier sprechen wir also von Monitoring, Mafo und Revaluation, also einer erneuten Evaluierung. Der Brand Lifecycle endet und beginnt dann wieder mit dem Scope, bei dem wir bewerten, abgleichen und die nächsten Aufgaben definieren. So erreichen wir kontinuierliche Verbesserung und Nachhaltigkeit in der Markenführung. Nachhaltigkeit bedeutet für uns die optimale Ideation, Realisation und Verzahnung von Markenstrategie, Design, Kommunikation, Technologie und Management im koordinierten Zusammenspiel (Brand Lifecycle Management) mit dem Menschen im Mittelpunkt. So entstehen einzigartige Markenerlebnisse an allen Touchpoints entlang der Customer Journey. Ob in guten oder in Krisenzeiten.

PS: Wenn Sie dieses Themenfeld tiefer erkunden wollen, kann ich Ihnen unseren Brand Performance Workshop »Wie Sie den Wert Ihrer Marke heben und erhalten.“« am 21.07.2022 bei uns empfehlen.

Wollen wir uns dazu austauschen?

Elke Lüders

Elke Lüders

Business Development